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Pressemitteilung


DGB-Krefeld solidarisiert sich mit griechischen Arbeitnehmern- Schluss mit den latent ausländerfeindlichen Kampagnen

Der DGB Kreisverband Krefeld fordert die politisch Verantwortlichen in Deutschland und Europa auf, Griechenland sofort mit umfassenden Finanzhilfen zu unterstützen.

"Was wir auch hier in Krefeld auf Stammtischniveau in der aktuellen Debatte erleben ist beschämend. Wir haben den griechischen Vereinen, die an unserer Maiveranstaltung teilgenommen haben, unsere volle Solidarität bekundet“, so DGB-Kreisvorsitzender Ralf Köpke.
Finanzielle Soforthilfen dürfen nicht an ein rigides Sparprogramm geknüpft werden, die zu Lasten der sozial Schwachen geht. Das am Wochenende beschlossene Hilfspaket für Griechenland beinhaltet harte und nicht hinnehmbare Auflagen. Wieder müssen Arbeitnehmer, Arbeitslose und Rentner mit Lohnkürzungen, Einschnitten bei Renten und Sozialleistungen sowie einer Anhebung der Mehrwertsteuer die Zeche für die Krise bezahlen. Aus diesem Grund unterstützt der DGB die streikenden Kolleginnen und Kollegen in ihrem Kampf gegen eine falsche Politik.
„Die Probleme sind eben nicht vorrangig von den Griechen selbst produziert worden, wie an den Stammtischen kolportiert wird“, so Köpke weiter.

Das lange Zögern der europäischen Regierungen hat eine Spekulationswelle gegen Athen verursacht. Griechenland befindet sich nach unserer Auffassung in Geiselhaft der Finanzmärkte. Monatelang konnten Investmentbanken und Hedge-Fonds mit Kreditderivaten auf die Pleite Griechenlands wetten. Rating-Agenturen, die noch kürzlich für Schrottpapiere Bestnoten vergaben, entscheiden über die Zukunft demokratischer Staaten. Deswegen muss Athen für frisches Kapital dreimal so hohe Zinsen bezahlen wie Berlin. Ohne entschlossenes politisches Handeln droht die gesamte Eurozone auseinanderzufliegen.
Im Unterschied zum wirklichen Casino tragen die Zocker kein Risiko. Athen steht allein bei deutschen Finanzinstituten mit 32 Milliarden Euro in der Kreide. Um die Stabilität des deutschen Bankensystems nicht zu gefährden, werden jedoch die heimischen Banken keinen Cent abschreiben müssen. Ihre Extraprofite – Prämien, Zinsen, Kursgewinne – bezahlen die europäischen Steuerzahler und griechischen Arbeitnehmer, Arbeitslosen und Rentner.


Ralf Köpke, DGB-Kreisvorsitzender


www.dgb.krefeld.de

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